...so fing alles an

In den zwanziger Jahren, als überall in Deutschland Kanuvereine und -abteilungen entstanden, wurde von wassersportbegeisterten jungen Leuten in der damals selbständigen Stadt Homberg am Niederrhein der erste kanusporttreibende Verein gegründet.
Nach dem 2. Weltkrieg und vor allem nach der Währungsreform 1948 bekam der Kanusport einen schwunghaften Auftrieb.
In dieser Zeit wurde auch der Kanu-Club Rheintreue gegründet.
Kurt Klein, einer der aktivsten Kanuwanderfahrer am ganzen Niederrhein, setzte sich mit der ihm eigenen Energie für die Gründung dieses Kanu-Clubs ein.
Am 18. Dez. 1951 wurde dann nach langer Vorarbeit der Kanu-Club Rheintreue Homberg ins Leben gerufen. Die Gründungsmitglieder waren fast ausschließlich Angehörige der Rheinpreußen AG, von der auch die erste finanzielle Unterstützung kam.
Zunächst hieß der Verein Kanu-Club "Rheinpreußen".Auf Wunsch der Rheinpreußen AG sollte der Verein jedoch einen neutralen Namen führen und so entschied man sich am 5. April 1952 für den heutigen Namen "Rheintreue".
Am 30. Dezember 1954 wurde der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Moers eingetragen.
In den nächsten Jahren wuchs die Mitgliederzahl beständig. Nach 10 Jahren hatte der Verein bereits 60 Mitglieder.

..unser Bootshaus.

Für ein erstes Domizil stellte die Rheinpreussen AG dem Verein ein kleines Grundstück am Rheinpreussenhafen in Homberg zur Verfügung. Dort konnte, ebenfalls mit Unterstützung der Rheinpreussen AG, eine Nissenhütte als Bootshalle aufgestellt werden.
In weiteren Verhandlungen, auch mit den Rechtsnachfolgern Texaco und DEA, wurde uns das Gelände am Rheinpreussenhafen in der heutigen Größe zur Pacht überlassen.
In der Gründerzeit erbaute der Verein bereits das erste Floß im Hafen.
1957 begann der zweite Bauabschnitt mit dem Bau der Sanitäranlagen und dem heutigen Clubraum.
Die Bauarbeiten wurden pünktlich zum 10jährigen Bestehen abgeschlossen.

Das Material für diesen Bauabschnitt wurden erneut zum größten Teil von der Rheinpreussen AG gespendet, die Arbeiten wurden von den Mitgliedern in Eigenleistung erbracht.
Der weitere Anstieg der Mitgliederzahlen erforderte einen Ausbau der Bootsplätze, so wurde 1965 ein weiterer Bootsschuppen, der heutige Heizungsanbau, in kürzester Zeit realisiert.
Jedoch reichte auch dieser Platz nicht lange. Denn immer noch nahmen Aktivität und Mitgliederzahlen zu. So wurde 1967 mit dem Abriss der Nissenhütte und dem Neubau der heutigen Bootshalle begonnen. Nach 2 Jahren war die Bootshalle, wie immer, in Eigenleistung erstellt.
1970 konnte die Ofenheizung durch eine Ölzentralheizung ersetzt werden.
Nach einer zwischenzeitlich errichteten Doppelgarage, welche heute als Bootslagerplatz genutzt wird, wurde als letzte grosse Baumaßnahme 1972 die Jugendhütte, eine Spende der Sachtleben AG, aufgestellt.
Im Jahre 2005 wurde eine Bauauflage der unteren Wasserbehörde erfüllt, und mit Hilfe unseres derzeitigen Verpächters, der Firma Sasol, die Abwasseranlage durch Errichtung einer biologischen Kleinkläranlage auf den neuesten, vom Gesetzgeber geforderten Stand gebracht. Bei dieser Gelegenheit wurde, wie immer in Eigenleistung, die Sanitäranlage der Damen erneuert und erweitert.
2007 stand die Erneuerung der Heizung an. Heizkessel und Heizungsrohre hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Gleichzeitig wurde der Herrenduschraum saniert.

...unser Wandersport

Der Wandersport wurde von Anfang an intensiv betrieben. Neben den Fahrten auf den Flüssen und Bächen der näheren Umgebung werden an Wochenenden Fahrten auf entfernteren Flüssen unternommen. Auf Urlaubsfahrten befuhren unsere Wandersportler fast alle Länder Westeuropas. Herausragende Großtouren unternahmen :

1955  Franz van de Water und  Klaus Peters  nach Jugoslawien
1957  Franz van de Water und  Klaus Peters  Schweiz, Italien, Frankreich,
 Spanien
1959  Günter Granke und Robert Nühlen  nach Finnland
1961  Günter Granke  nach Jugoslawien
2013  Bernhard Lehmkuhl und
John van Aken
 TID von Ingolstadt bis
zum Schwarzen Meer

Nach insgesamt 5 Siegen beim blauen Band der Weser in Minden fand der Pokal seinen endgültigen Platz in unserem Bootshaus

Den bisher größten Erfolg der Wanderfahrer konnte 1995 Eberhard Frahn mit der Erringung des Globusabzeichens für sich und unseren Verein verbuchen. In jenem Jahr legte er 6963 km mit seinem Boot zurück.

...unser Wettkampfsport

Seit jeher wurde in unserem Verein neben dem Wandersport auch Wettkampfsport betrieben.
Am Anfang stand in den Jahren ´52 bis ´55 der Rennsport, der vom erfahrenen Willi Keiling betreut wurde. Nach ersten Erfolgen 1954/55 mußte diese Sportart wegen der hohen Kosten aufgegeben werden.

Gleichzeitig wurden auch Wildwasser- und Abfahrtsregatten mit großem Erfolg besucht.
Den ersten Sieg in der Vereinsgeschichte errangen 1953 die Brüder Walter und Klaus Peters im Langbootzweier bei der Rur-Langstreckenregatta über 27 km.
1962 stellten wir zum ersten Male einen Landesmeister mit Peter Hallmann in der männlichen Jugend im Wildwasser.
In diesem Jahr war auch der erste Start bei den Deutschen Wildwassermeisterschaften, die in diesem Jahr in Tirol ausgetragen wurden, zu verzeichnen.

Die 1. Deutsche Meisterschaft errang die C2-Mannschaft im Jahre 1962. Es folgten weitere Meistertitel und etliche Platzierungen, die letzten Titel im Wildwasserrennsport errangen 1981 Wilfried Falkenburg im K1 in der Altersklasse 1 und Günter Granke ebenfalls im K1, allerdings in der Altersklasse 2.

Ab 1954 beteiligten sich unsere Sportler ebenfalls an Slalomveranstaltungen.
Nach Regatten im Nahbereich und dem Aufstieg etlicher Sportler in die Leistungsklassen II und I stand 1962 mit Roswitha Kmiecik die erste Sportlerin unseres Vereins bei den Landesmeisterschaften als 3. Siegerin auf dem Treppchen.
Bereits 1961 belegte unser Verein in der Slalom-Disziplin im Bezirk 7, Duisburg/Emmerich den 1. Platz.

Die Erfolge in dieser Sportart waren noch größer als im Wildwasserrennsport. Bei den Deutschen Meisterschaften im Kanu-Slalom und im Wildwasserrennsport belegte Brigitte Schwack in beiden Sportarten im K1 der weiblichen Jugend jeweils den ersten Platz; zudem kam auch die K1-Slalommannschaft in der weiblichen Jugend als erste ins Ziel.
Weitere 1.Plätze und Platzierungen unter den ersten Drei auch für weiter Spitzensportlern aus unserem Verein folgten. Den Höhepunkt der sportlichen Erfolge unserer Vereinsmitglieder erreichte Brigitte Schwack mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1969 in der K1 Damenmannschaft. Im Einzelrennen belgte sie zudem noch einen beachtenswerten 3. Platz.

Leider ist auch hier der Zeitgeist, wie in vielen anderen Vereinen und auch Sportarten, nicht spurlos an uns vorübergegangen. Nach langen Jahren großer Erfolge und der Behauptung eines Spitzenplatzes in Nordrhein-Westfalen, ja sogar in der Bundesrepublik, folgte eine Zeit der Stagnation und anschließend sogar die Einstellung des Wettkampfbetriebes.

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